Der TV bewegt, Kolumne, Laufen

Benefizquasseln

hospizlauf 2010 (34)Nicht immer ist es die Hatz auf neue Bestzeiten, die Spaß macht. Wie ich es beim Trierer Stadtlauf erleben durfte, kann es als Läufer auch pure Freude sein, Gleichgesinnte als Schrittmacher ins Ziel zu führen. Zudem liebe ich Läufe in netter Gesellschaft, bei denen das Tempo so moderat ist, dass eine Unterhaltung nicht immer wieder durch Schnappatmung unterbrochen wird.
Das ist es auch, was Ultraläufer generell an ihrem Sport lieben: Laufen, ohne zu schnaufen. Ganz wörtlich darf dieses Motto zwar niemand nehmen. Aber nachweislich ist das Joggen bei moderat gesteigertem Puls die gesündeste Form der Bewegung auf zwei Beinen.
Eine ideale Gelegenheit dafür ist der Hospizlauf, der am Freitag um 12 Uhr in Koblenz startet und 24 Stunden und knapp 200 Kilometer später in Trier endet. Langstreckenläufer können auch bei der zehnten Auflage dieses Benefizlaufes für das Hospizhaus Trier beliebig lange Strecken unter die Schuhe nehmen. Da die einzelnen Etappen an der Mosel jeweils um die zehn Kilometer lang sind, bietet sich dieser Quassellauf bei 9Kilometern pro Stunde aber auch für Gelegenheitsläufer an.
Einsteigen kann jeder zu jedem Zeitpunkt. Das garantiert Abwechslung. Auch bei den Gesprächspartnern. Ich hoffe, wir sehen uns!

Wer wissen will, wo sich der Läufertross befindet, kann hier anrufen: 0175-8215354. Einen Liveticker auf Twitter gibt es auch: https://twitter.com/hospizlauf.

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Schnell, flach, frei

 

DSC019833000 Anmeldungen sind es inzwischen für den Trierer Stadtlauf am Sonntag. Das haben mir Nicolas Klein und Andreas Rippinger vom Orga-Team heute morgen berichtet, als ich die Startunterlagen für die 60 TV-bewegt-Läufer abgeholt habe. Das Wetter wird bei der 30. Auflage des größten Laufs in der Region Trier so sein, wie es Läufer lieben: um die 20 Grad und trocken, vielleicht der ein oder andere Regentropfen.

Natürlich sind nicht nur die Läufer gespannt, wie die neue Strecke, die zur Hälfte durch den Trierer Norden führt, sein wird. Auch die Jungs vom Stadtlauf e.V. hoffen, dass alles gut klappt, die Stimmung gut ist und die Teilnehmer zufrieden sein werden.

Dass sich meine aktuelle Laufkolumne mit dem Stadtlauf befasst, ist sicher keine Überraschung. Voilà:

Schnell, flach, frei

Es tut sich etwas! Wenn sich auf den Wegen in Stadt und Land, in Parks und Stadien, auf Weinbergspfaden und im Wald Menschen in ungewöhnlich großer Zahl im Laufschritt tummeln, dann gibt es dafür nur eine mögliche Erklärung: Der Trierer Stadtlauf steht bevor und macht für einige Tage auch jenen Beine, die sonst nur selten ihre Laufschuhe dem eigentlichen Zweck entsprechend bewegen.
Zum 30. Mal steigt am Sonntag das größte Laufereignis der Region. Es fehlen nicht mehr viele Anmeldungen, um das Ziel der Veranstalter zu erreichen: 3000 Sportler sollen auf den Weg gebracht werden, darunter auch wieder 60 Frauen und Männer, die sich bei der Aktion „Der TV bewegt!“ für das Großereignis fit gemacht haben. Beim TV-Jugendlauf dürfen auch die jungen Lauftalente ran.
Zum Jubiläum lockt für die erwachsenen Starter eine neue Strecke. Die Brückenrunde über Trier-West und Pallien wird es in diesem Jahr nicht geben. Stattdessen dürfen die Läuferinnen und Läufer die Trierer Nordschleife über Paulin-, Herzogenbuscher-, Park-, Franz-Georg-, Schöndorfer Straße und Reichsabtei nehmen. Die Strecke wird also noch flacher und schneller. Aber egal, mit welchem Tempo die Leute laufen werden. Sie sollten es genießen, einmal ohne Stau in Trier unterwegs zu sein.

 

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Kolumne, Laufen

Fußlahm

Meine neue Laufkolumne in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund hat welches Thema? Nicht schwer zu erraten 😉

Fußlahm

Der menschliche Fuß ist ein faszinierendes Körperteil. 26 Knochen, zusammengehalten von großen Sehnen, Muskeln, und kleinen Bändern ermöglichen dem Menschen nicht nur den aufrechten Gang. Weil das Zusammenspiel all dieser Elemente den Fuß spannt, ihn gleichzeitig zu Stoßdämpfer, Expander und Sprungfeder  macht, vermag Homo sapiens auch zu laufen wie kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten.

Unsere Ahnen profitierten davon noch weitaus mehr als wir Kinder des technischen Zeitalters. Denn als es noch keine Fahrräder, Autos oder Züge gab, war das Laufen für viele die einzige und schnellste Möglichkeit, sich fortzubewegen. Anthropologen glauben sogar, dass die im Tierreich einmalige Fähigkeit, mehr als 40 Kilometer am Stück bei konstantem Tempo zu laufen, wesentlich zum Siegeszug der Spezies Mensch beigetragen hat. Die Beute war zwar häufig auf kurzer Distanz schneller, ständig von seinem zweibeinigen Jäger aufgescheucht und an den notwendigen Verschnaufpausen gehindert, waren die Tiere aber schließlich zu Tode erschöpft.

In den vergangenen Jahrhunderten hat der „zivilisierte“ Mensch  leider das natürliche Laufen weitgehend verlernt. Er gewinnt nun langsam aber gewaltig die Erkenntnis zurück: Die Gabe zu laufen wurde dem Fortschritt geopfert. Der Laufsport boomt. Dumm nur, dass wir Platt-, Spreiz- und Senkfüßler nicht so einfach wieder zu Dauerläufern werden können. Sprung-, Fersen, Kahn- und Keilbein, Plantar- und Achillessehne, Zehenbeuger, -strecker und  Co. nehmen uns falsche Schuhe, zu unausgewogenes und auch zu viel Training gründlich übel. Also aufpassen!

Warum ich das schreibe? Ratet mal …

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Kolumne, Laufen, Sport

Zu gute Zuhörer

14-DSC00758Läufer sind gute Zuhörer. Sie lauschen auf die Natur, genießen den gleichmäßigen Takt der eigenen Schritte, der im Idealfall gemeinsam mit dem Rhythmus der Atmung eine dynamisch-harmonische Klangfolge bildet. Manche Jogger lassen sich das von Beats aus dem MP3-Player zusätzlich untermalen. Andere Zeitgenossen nutzen die Meditation des Laufens, um einem Hörbuch oder Podcast zu lauschen.
In laufender Gesellschaft verhindert die sportliche Betätigung in der Regel ausufernde Monologe. Streckenprofil und Tempo steuern die Länge von Sätzen. Je steiler und schneller, desto angenehmer empfindet der Zuhörer seine Rolle. Gemeinsames Schweigen kann eine Wohltat sein.
Läufer sind gute Zuhörer. Läufer hören auf ihren Köper. Im Training und besonders im Wettkampf signalisiert der, wenn es ihm gut geht, wenn es eng wird, wenn es besser ist, etwas langsamer zu machen.
Alles gut und schön und wichtig. Aber manchmal neigen Läufer auch beim Zuhören zur Übertreibung. Wenn das Knie schmerzt, die Achillessehne zwickt oder die Fußsohle muckt, dann ist es gut und wichtig vorsichtig zu sein. Vollgas zu geben ist erst dann sinnvoll, wenn die Beschwerden weitgehend oder vollständig verschwunden sind. Aber wann ist das so? War da nicht ein Zwicken in der Sehne? Nein … Oder doch? … Dieser dumpfe Schmerz … ach nee, da ist doch nichts … wirklich? … Aber vielleicht …
Dass es beim Laufen mal hier, mal dort ziept und zwickt, zieht und zwackt, ist normal. Wer fit und verletzungsfrei ist, schenkt dem keine Beachtung, spürt das nicht einmal. Wer verletzt war und dem beschwerdefreien Laufen entgegenfiebert, neigt zum Hypochonder. Läufer sind gute Zuhörer, manchmal zu gute.

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Entscheidung – Vernunft – Wehmut

Die Entscheidung ist gefallen, ich werde nicht in Waxweiler starten. Schade, denn es wird bei prächtigem Wetter sicher ein tolles Erlebnis für alle Teilnehmer. So muss mein Laufkumpel Marcel eben den ersten offiziellen Ultra alleine durchstehen.

Das Christoph, mein bester Laufnachbar, sich kurzfristig für die Marathondistanz nachgemeldet hat, macht die Sache nicht leichter.  Ich kann beiden nur viel Glück wünschen und ein oder zwei Tränchen verdrücken.

So radle ich den dritten Tag in Folge zur Arbeit und zurück. Bewegung ist alles, auch wenn es schon große Unterschiede in der Qualität der sportlichen Betätigung gibt.

Die aktuelle Laufkolmune streift natürlich auch dieses Thema:

Ohne ist besser

Gleich zwei Veranstaltungen werden am Wochenende Läufer aus ganz Europa anlocken. In Luxemburg und einen Tag später in Waxweiler beim Eifelmarathon geht es für sie darum, die Königsdisziplin des Laufsports zu bewältigen.
Dabei ist es kein Geheimnis, dass viele Sportler nicht fit, mit Schmerzen oder mit der Angst an den Start gehen, es nicht zu schaffen. Da werden dann schnell mal vorsichtshalber Schmerzmittel geschluckt.

Unabhängige Studien haben ermittelt, dass teilweise mehr als die Hälfte aller Teilnehmer von Marathon-Veranstaltungen das tun. Sie gefährden erheblich ihre Gesundheit. Denn besonders bei intensiven Dauerbelastungen werde die inneren Organe anders versorgt. Ist deren Funktion durch Medikamente aber eh schon eingeschränkt, drohen Schäden, die im schlimmsten Fall zum Organausfalle führen.

Laufen und Schmerzmittel! Lasst das sein! Es lohnt nicht!

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Oben ohne?

Wie nackt darf es sein? Diese Frage hat das Runner’s World-Magazin seinen Lesern gestellt in der Hoffnung, kreative und witzige Antworten zu bekommen. Über die Qualität der Rückmeldungen lässt sich natürlich streiten. Zumindest behielt sich die Redaktion aber vor, alle Sprüche auszusortieren, die zu sehr unter die Gürtellinie zielten.

 
Oben ohne? Mehr als ein Drittel der Befragten toleriert das bei Männern. Nur jeder Zehnte will das bei laufenden Frauen sehen. Ganz anders ist es beim Thema bauchfrei: Da schauen Zwei Drittel der Läufer gerne hin – bei Frauen. Tops bei Männern wollen nur 15 von 100 Befragten sehen. Und wenn es um Sport- oder Badeslips geht, graut es sogar 91 von 100 vor männlichen Erscheinungen. Jeder Fünfte toleriert das aber bei Frauen.

 
Beim Mitternachtslauf in Kröv am vergangenen Samstag konnte die Theorie nun anhand der Praxis überprüft werden. Dort liefen die Jungs vom Evangelischen Jugendzentrum Altenkirchen wieder einmal „oben nackisch“, wie sie es seit über 20 Jahren tun. Die Protagonisten auf der Strecke sind inzwischen zwar andere. Kommentare und Blicke vom Streckenrand dürften sich aber im Laufe der Jahre nicht zu sehr verändert haben. Oft war bei den Männern auch ein wenig Neid herauszuhören. Denn nicht nur die Schnellsten der Oben-ohne-Läufer zeigten eine gute Figur, auch ohne den Bauch einziehen zu müssen.

 
Dass weniger Bekleidung schnell macht, bewiesen die freizügigen Altenkirchener übrigens auch: In der Einzelwertung mit den Plätzen eins und zwei. Spitze auch in der Mannschaftswertung. Die Damen des Jugendzentrums wurden in der Teamwertung der Frauen übrigens Siebte. Aber die liefen auch mit etwas mehr Stoff auf der Haut.

 
Wie auch immer. Angesichts der spätwinterlichen Temperaturen wird „oben ohne“ bei uns in den nächsten Tagen sicher kein Thema sein. Blau gefroren statt sonnengebräunt wird der trainierteste Oberkörper zur Spaßbremse.

 

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Licht und Schatten

28. Kröver Mitternachtslauf

Eines meiner Lieblingsbilder vom Lauf 2012. Foto: Holger Teusch

„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“ Eines der bekanntesten Zitate von Johann Wolfgang von Goethe lässt sich auch auf Sporttreibende anwenden. Nicht unbedingt im wörtlichen Sinne, angesichts der doch eher karg bemessenen Sonnenstunden in diesen Tagen.

Dennoch werfen einige Läufer aus der Region lange Schatten: Florian Neuschwander bei seinem Marathon-Sieg im Ruhrgebiet (2:25:57); Dietmar Bier mit Platz 9 (2:30:27) beim Mainz-Marathon. Birthe Helmes auf Platz 6 (3:05:20) in der Damenwertung desselben Laufs. Gigantische Zeiten für alle, die schon einmal einen Marathon gefinisht haben. Kaum vorstellbare Leistung für jene, die sich zum Ziel gesetzt haben, irgendwann vielleicht einmal selbst die Königsdistanz von 42 Kilometer in Angriff zu nehmen.

„Man muss nicht unbedingt das Licht des anderen ausblasen, um das eigene Licht leuchten zu lassen.“ Dieser Sinnspruch des belgischen Seelsorgers Phil Bosmans sollte auch für jene Läufer gelten, die nicht nach sportlichen Maximalleistungen streben. Wir halten es wie der chinesische Philosoph Konfuzius: „Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

In dem schönen Moselort Kröv gilt das am Pfingstsamstag übrigens nicht nur für Läufer. Beim Mitternachtslauf werden Anwohner und Zuschauer mehr als 1500 Kerzen entzünden, um die Strecke zu erhellen. Viele Lichter – wenig Schatten.

Mehr zum Mitternachtslauf in Kröv hier

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